WSO Pokerregeln (World Series of Poker)

No-Limit Texas Hold’em · TPA-Standards · Verhalten · Showdown-Regeln

1.  Spielvarianten

Die HOC umfasst viele verschiedene Poker-Varianten, die gängigsten sind:

  • Texas Hold’em (No-Limit) – die beliebteste Variante bei der
  • Omaha (Pot-Limit oder Hi-Lo)
  • Seven Card Stud
  • Mixed Games (z. H.O.R.S.E., 8-Game Mix)
    • Team Poker & Mystery Bounty
  • Die folgenden Regeln beziehen sich hauptsächlich auf No-Limit Texas Hold’em, das Standardspiel bei den Main Events.
  • Alle Entscheidungen des Turnierdirektors sind endgültig.
  • Spieler haben das Recht, bei Unklarheiten den Floor zu
  • Der Button (Dealer-Position) wandert im

2.  Grundregeln von Texas Hold’em Ablauf einer Hand

  1. Blinds setzen: Zwei Spieler setzen Zwangseinsätze: Small Blind und Big Blind.
  2. Hole Cards: Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten.
  3. Setzrunden:
    • Preflop: Einsatzrunde nach den Hole Cards.
    • Flop: Drei gemeinsame Karten werden offen in die Mitte gelegt, gefolgt von einer Setzrunde.
    • Turn: Vierte Gemeinschaftskarte + Setzrunde.
    • River: Fünfte Gemeinschaftskarte + letzte Setzrunde.
  1. Showdown: Falls nach der letzten Setzrunde noch mehrere Spieler übrig sind, werden Karten aufgedeckt. Die beste 5-Karten-Kombination gewinnt den Pot.

3.  Setzstruktur: No-Limit

  • Jeder Spieler kann in jeder Runde alle Chips setzen („All-In“).
  • Mindesteinsatz muss mindestens dem Big Blind oder dem vorherigen Raise entsprechen.

4.  Chipregeln (inkl. TPA-Regeln)

4.1 Buy-in & Startstack

  • Jeder Spieler erhält denselben Startstack entsprechend der Turnierstruktur.
  • Der Buy-in (inkl. Gebühren) muss vollständig vor Turnierbeginn bezahlt werden.
  • Nachkäufe (Rebuy) und Add-ons sind nur erlaubt, wenn sie vor Turnierbeginn oder in den offiziellen Turnierregeln angekündigt wurden.

4.2  Kein Chiptausch zwischen Spielern

  • Chips dürfen unter keinen Umständen zwischen Spielern übertragen, verliehen oder getauscht werden.
  • Verstösse gelten als Collusion (unerlaubte Zusammenarbeit) und führen zur Disqualifikation beider Beteiligten.

4.3  Chips im Spiel

  • Alle Chips müssen sichtbar und ordentlich gestapelt sein.
  • Der grösste Chipwert muss gut sichtbar oben oder vorne gestapelt werden („TPA Stack Visibility Rule“).
  • Verstecken von Chips, besonders hoher Wertchips, ist verboten.
  • Jeder Spieler ist verpflichtet, auf Nachfrage eines Gegenspielers oder des Dealers eine ungefähre Stackgrösse anzugeben oder einzuzeigen.

4.4  Chip Handling

  • Chips müssen kontrolliert und klar in den Pot gesetzt werden. Werfen oder absichtliches Verzögern ist untersagt.
  • Chiptricks sind erlaubt, solange sie nicht stören oder ablenken.
  • Irreführende Bewegungen (z. B. Chips vortäuschen oder zögerlich schieben) gelten als Täuschung und sind verboten.
  • Der Spieler ist verantwortlich für eine eindeutige Platzierung seiner Chips.
  • Unklare oder doppeldeutige Aktionen können als verbindlich gewertet werden im Zweifel entscheidet der Dealer oder der Floor.

4.5  All-In & Chiptrennung

  • Bei einem All-In müssen alle Chips klar sichtbar und auf einmal in die Mitte geschoben werden.
  • Ein Spieler darf keine Chips zurückhalten (sog. „Chipping Behind“), ausser es ist ein offizielles „Side Pot“-Szenario.
  • Chips müssen beim All-In nicht exakt gezählt, aber überschlagen erkennbar sein.

4.6  Chiprace (Chips entfernen)

  • Kleine Chips, die nach Blind-Erhöhungen nicht mehr gebraucht werden, werden durch sogenannte Chipraces entfernt:
    • Dies geschieht ohne Einfluss der Spieler, durch den Dealer und/oder Turnierleitung.
    • Ein Spieler kann nie durch ein Chiprace ausscheiden – im Zweifel wird aufgerundet.
  • Spieler dürfen nicht eigenmächtig kleine Chips abgeben oder tauschen.

4.7  Kein „Going South“

  • Es ist verboten, Chips aus dem Spiel zu nehmen („Going South“), auch nicht kurzzeitig.
  • Einmal ins Spiel gebrachte Chips müssen im Turnier bleiben, bis der Spieler ausscheidet.
  • Verstösse können zu sofortiger Disqualifikation führen, wenn das Spiel gestartet ist.

4.8  Stack-Zählung

  • Jeder Spieler hat das Recht, die ungefähre Stackgrösse eines Gegners zu erfragen.
  • Das exakte Zählen ist nur ausserhalb der Action erlaubt (z. nach der Hand).
  • Spieler dürfen sich nicht weigern, ihren Stack ungefähr anzugeben.

5.  Turnierstruktur

  • Spieler scheiden aus, wenn sie alle Chips verlieren.
  • Die Blinds steigen regelmässig in festen Zeitintervallen an.
  • Die Platzierung und Preisverteilung richtet sich nach dem Zeitpunkt des Ausscheidens.

6.  Verhalten & Etikette

6.1 Allgemeines Verhalten

  • Spieler müssen sich jederzeit respektvoll, ruhig und professionell verhalten.
  • Beleidigungen, provokantes Verhalten, Schreien, oder aggressive Körpersprache sind nicht erlaubt.
  • Alkoholexzesse oder Drogenmissbrauch am Tisch kann zum sofortigen Ausschluss führen.

1.2  One Player per Hand

  • Es gilt streng: Nur ein Spieler pro Hand.
  • Spieler dürfen keine Tipps, Ratschläge oder Kommentare zur laufenden Hand geben, weder verbal noch nonverbal.
  • Auch Zuschauer oder ausgeschiedene Spieler dürfen sich nicht einmischen.

6.3  Schutz der eigenen Hand

  • Spieler sind selbst dafür verantwortlich, ihre Karten zu schützen.
  • Wenn ein Spieler seine Karten unabsichtlich freigibt oder diese versehentlich in den Muck gelangen, gilt die Hand als tot.

6.4  Klare und eindeutige Aktionen

  • Alle Aktionen (Check, Call, Raise, Fold) müssen deutlich verbalisiert oder durch klare Gesten ausgeführt werden.
  • Verdeckte oder undeutliche Chipschübe („String Bets“) sind nicht erlaubt.
  • Es ist verboten, Chips anzudeuten oder mit Chips zu spielen, um Reaktionen zu provozieren.

6.5  Rede- & Showdown-Verhalten

  • Während einer Hand ist jeder Kommentar über Karten, Hände, Tendenzen oder Wahrscheinlichkeiten verboten.
  • Beim Showdown darf niemand lügen oder falsche Hände ansagen – „Verbal ist bindend“.
  • Das absichtliche Zögern oder „Slowrollen“ am Showdown gilt als unsportlich und kann zur strafen führen.

6.6  Kein Angle Shooting

  • Angle Shooting ist jede absichtliche Täuschung, die innerhalb der Grauzonen der Regeln stattfindet. Dazu zählen z. :
    • Falsches Ansagen von Aktionen („Ich calle… oh, ich meinte raise“)
    • Chips unklar platzieren
    • Absichtliches Handverstecken oder Karten absichtlich zum Muck bewegen
  • Dies wird als absichtlicher Regelverstoss behandelt und kann zu Strafen führen.

6.7  Elektronische Geräte & Ablenkung

  • In HOC- und TPA-Turnieren ist Telefonieren am Tisch verboten.
  • Musikhören mit Kopfhörern ist erlaubt, solange Spieler ihre Aktionen nicht verlangsamen oder den Spielfluss stören.
  • Keine Kommunikation überlaufende Hände über elektronische Geräte (auch nicht via Chat).

6.8  Strafen & Verwarnungen

  • Mögliche Sanktionen bei Regelverstössen:
    • Verwarnung
    • Zeithandstrafe (1 oder mehrere Runden aussetzen)
    • Chip-Strafe (selten)
    • Turnierausschluss / Disqualifikation
  • Die Entscheidung des Turnierdirektors (Floor) ist endgültig. Diskussionen mit dem Floor sind erlaubt, aber respektvoll zu führen.

6.9  Der „90 Seconds Button“

  • Jeder Tisch erhält einen offiziellen „90 Seconds Button“.
  • Der Button darf von einem Spieler genutzt werden, wenn ein anderer Spieler unverhältnismässig lange über eine Entscheidung nachdenkt.
  • Bei jedem Spielerwechsel startet der Dealer die Uhr automatisch neu. Sobald ein Spieler ausgetauscht wird, setzt der Dealer die Uhr automatisch zurück.
  • Nach Aktivierung des Buttons hat der betroffene Spieler genau 90 Sekunden Zeit, um eine Aktion auszuführen (Call, Raise, Fold).
  • Die Turnierleitung kann bei Missbrauch des Buttons (z. um Spieler zu provozieren) Verwarnungen oder Zeithandstrafen aussprechen.

6.10  Setzpflicht mit den Nuts (Nut-Betting-Regel – TPA-Standard)

  • Wenn ein Spieler am River die bestmögliche Hand (die Nuts) hält und keine weiteren Spieler nach ihm mehr handeln können (er ist letzter in der Action), und alle vor ihm gecheckt haben, darf er nicht checken, sondern muss setzen oder erhöhen.
  • Diese Regel gilt nur, wenn eindeutig feststeht, dass der Spieler die Nuts hält – also eine Hand, die in keiner Kombination mehr geschlagen werden kann.
  • Ziel dieser Regel ist es, Soft Play (absichtlich passives Spiel gegen Freunde oder Verbündete) zu verhindern und die Integrität des Spiels zu wahren.
  • Die Verpflichtung zum Setzen mit den Nuts gilt nicht, wenn:
    • Noch weitere Spieler nach dem Nut-Halter handeln können
    • Die Nuts nicht klar bestimmbar sind (z. mehrere Spieler teilen die Nuts)
    • Der Spieler eine Hand hält, die nur sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher die Nuts ist.
  • Verstoss gegen diese Regel (z. B. absichtliches Checken mit den Nuts als letzter Spieler am River) kann vom Floor als unsportliches Verhalten oder Soft Play gewertet werden und führt je nach Schwere zu:
    • Verwarnung
    • Zeithandstrafe (Runden aussetzen)
    • Wiederholungsfall: Disqualifikation

7.  Regelverstösse

  • Soft Play, Chip Dumping oder Ghosting sind verboten.
  • Technische Hilfsmittel (z. Hand-Rechner) sind bei Live-Turnieren nicht erlaubt.
  • Verstösse können zu Zeitstrafen, Chip-Abzügen oder Disqualifikation führen.

8.  Showdown-Regeln (inkl. TPA-Regeln)

8.1 Reihenfolge beim Aufdecken

  • Wenn in der letzten Setzrunde ein Einsatz erfolgt ist, zeigt der letzte Aggressor (letzte aktive Setzaktion) seine Karten zuerst.
  • Wurde nicht gesetzt, beginnt die Showdown-Reihenfolge mit dem Spieler links vom Button.
  • Spieler, die verlieren, dürfen ihre Karten muck(en) (ablegen), sind jedoch nicht verpflichtet, diese zu zeigen – ausser in bestimmten Fällen (siehe 8.5).

8.2  Verbindliche Ansagen

  • Verbal ist bindend: Wer seine Hand ansagt, ist an diese Aussage gebunden – selbst, wenn sie falsch ist.
  • Beispiel: Wenn ein Spieler sagt „Ich habe einen Flush“, aber beim Aufdecken zeigt sich nur ein Paar, gilt nur die gezeigte Hand – jedoch kann das als Irreführung gewertet werden.

8.3  Karten müssen offen gezeigt werden

  • Eine Hand gilt nur dann als spielberechtigt, wenn beide Hole Cards offen sichtbar auf dem Tisch liegen.
  • Karten, die in den Muck geworfen wurden, gelten als tot, auch wenn sie versehentlich noch die beste Hand gewesen wären.

8.4  Kein absichtliches Verzögern („Slowroll“)

  • Slowrolling, also das absichtliche Warten mit dem Zeigen einer starken Hand, obwohl man weiss, dass man gewonnen hat, gilt als unsportliches Verhalten.
  • Es kann zu Verwarnungen oder Zeitstrafen führen, besonders bei wiederholtem Verhalten.

8.5  Karten zeigen auf Anfrage (TPA Fairness-Regel)

  • Die Turnierleitung kann Spieler dazu verpflichten, ihre Karten zu zeigen, wenn es Hinweise auf folgendes gibt:
    • Mogelei
    • Collusion (Absprachen)
    • Soft Play (absichtliches Nicht-Angreifen)
  • Diese Entscheidung liegt allein beim Floor / Turnierleiter nicht bei Mitspielern.

8.6  Der Dealer bestimmt die Gewinnerhand

  • Nur die beste 5-Karten-Kombination zählt laut Pokerhand-Ranking.
  • Der Dealer liest alle Hände, aber Spieler haben eine Mitverantwortung, offensichtliche Fehler zu melden.
  • Bei falscher Pot-Zuteilung gilt: Sobald eine neue Hand begonnen wurde, kann die vorherige Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden.

8.7  Umgang mit dem Muck

  • Wer seine Karten in den Muck wirft (egal ob absichtlich oder unabsichtlich), hat kein Anrecht mehr auf den Pot.
  • Karten, die eindeutig identifizierbar und nicht berührt/vermischt sind, dürfen in Ausnahmefällen wiederhergestellt werden – dies liegt im Ermessen des Dealers oder Floors. 

8.8  Kein Zeigen von Karten an Dritte

  • Karten dürfen während der Hand nicht anderen Spielern oder Zuschauern gezeigt werden. 
  • Wer seine Karten aufdeckt, muss sie allen Spielern gleichzeitig zugänglich zeigen.
  • „Rabbit Hunting“ (Fragen oder Aufdecken von Karten, die noch gekommen wären) ist verboten.

8.9  Zeitlimit beim Showdown

  • Wenn ein Spieler am Showdown offensichtlich zögert, seine Karten zu zeigen (z. B. bei Slowroll-Verdacht), darf der 90 Seconds Button ebenfalls verwendet werden.
  • Nach Aktivierung muss der Spieler seine Karten innerhalb von 90 Sekunden aufdecken oder die Hand aufgeben (mucken).
  • Bei wiederholtem Verhalten kann die Turnierleitung eine Zeithandstrafe verhängen oder eine Pflicht zum sofortigen Aufdecken anordnen.

9. Hausregeln (innerhalb und Arial Belly Vibes GmbH)

  • Alkoholkonsum verantwortungsvoll – Bleibe aufmerksam, um fair zu spielen
  • Spielbeginn pünktlich – Alle Reservierungen verfallen nach dem Level 2
  • Karten dürfen nicht gezeigt werden – Solange eine Hand nicht beendet ist, behalte deine Karten für dich.
  • Ergebnisse sind endgültig – Entscheidungen des Dealers oder Turnierleiters sind verbindlich und unterstehen dem lizenzierten Konzept.
  • Mindestalter beachten – Nur Personen über dem gesetzlichen Mindestalter dürfen
  • Fair Play – Kein Schummeln oder Betrügen ist erlaubt, für alle gilt der gleiche
  • Keine aggressive Sprache – Achte auf respektvollen Umgang
  • Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Gästen, die gegen die Hausordnung oder die Regeln des Pokerturniers verstossen, ein Hausverbot auszusprechen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Veranstalter auch der Betreiber der Gastronomie ist
  • Auf dem gesamten Areal gilt ein stricktes Verbot von Drogen

9.1 HoC Pokermanager (NFC Karte & Daten)

Identifikation & NFC-Karten-System

Ausgabe der NFC-Karte

  • Kartennutzung während des Turniers
  • Rückgabe beim Ausscheiden

Jeder Spieler erhält beim Check-in eine persönliche NFC-Karte. Die Karte dient zur eindeutigen Identifikation und ist während des gesamten Turniers mit dem Spieler verknüpft. Jede Aktion (Buy-in, Rebuy, Add-on, Auszahlung, Logout, Blockierung) muss über die NFC-Karte bestätigt werden. Beim Ausscheiden aus dem Turnier ist die NFC-Karte unverzüglich an die Turnierleitung zurückzugeben. Die Karte bleibt Eigentum des Veranstalters. Eine Weitergabe, Manipulation oder Nutzung durch Dritte ist streng untersagt.

9.2  Datenschutzbestimmungen / Zustimmung

Neue Spieler müssen vor Spielbeginn das Formular «House of Cards» Datenschutzerklärung ausfüllen.

  • Alle Spieler bestätigen mit der Anmeldung die Verarbeitung der Daten gemäss Datenschutzbestimmung.
  • Ohne Zustimmung ist eine Teilnahme nicht möglich.
  • Es wird festgehalten, welche Daten gespeichert werden (Turnierhistorie, Ausgaben, Gewinne usw.).
  • Es wird klargestellt, dass Daten für Suchtprävention und gesetzliche Zwecke ausgewertet werden dürfen.

9.3  Blockierungs- und Sperrregeln (Pflicht!)

Spieler werden gemäss gesetzlichen Vorgaben für das laufende Turnier automatisch blockiert, wenn sie ihr Limit erreichen.

Die Turnierleitung kann Spieler manuell sperren, wenn auffälliges oder gefährdendes Spielverhalten festgestellt wird. Eine gesperrte Person darf an keinem weiteren Turnier teilnehmen, solange die Sperre aktiv ist.

9.4  Technische Sonderfälle (Software / Systemfehler)

Bei technischen Unterbrüchen (Server, Lesegerät, Software) entscheidet die Turnierleitung über Spielunterbruch, Neustart oder Fortführung. Kein Spieler kann aus einem Systemfehler einen Vorteil oder Anspruch ableiten. Wird die Uhr („Clock“) durch einen Fehler falsch angezeigt, gelten die korrigierten Werte der Turnierleitung.

9.5  Chipmanagement & physische Regeln

Die im System angezeigten Chipstände sind verbindlich. Absichtliches Chipverstecken, – manipulieren oder -weitergeben führt zur sofortigen Disqualifikation. Der Turnierleiter darf jederzeit Chips kontrollieren.

9.6  Cash Handling & Auszahlungen

Auszahlungen erfolgen ausschliesslich an die registrierte Person (Abgleich per NFC-Karte).

Keine Auszahlung an Begleitpersonen, keine Übertragungen. Spieler müssen sich bei der Auszahlung erneut mit der NFC-Karte identifizieren. Bei Verdacht auf Geldwäscherei muss die Auszahlung blockiert werden (kantonale Vorschrift).

9.7  Umgang mit Sanktionen / Strafen

Besondere Vorfälle werden auf der Spielerkarte im Kommentar Feld festgehalten. Alle Strafen müssen im System protokolliert werden.

  • Verwarnung
  • Zeitstrafe (z. 1 Orbit)
  • Chipabzug
  • Disqualifikation
  • Permanente oder temporäre Sperre
  • Verdachtsmeldungen an Behörden (wenn gesetzlich erforderlich oder Angehörige Meldungen vorliegen)

9.8  Regeln zu Mehrfach-Anmeldungen / Ghosting / Kollusion

Besonders wichtig im Zusammenhang mit Suchtprävention: Ein Spieler darf pro Turnier nur eine Identität führen. Ghosting (beraten lassen ohne erlaubte Teamregeln) ist verboten. Absprache zwischen Spielern (z. B. Chipdumping) wird hart bestraft. Bei Verdacht auf Kooperation kann die Turnierleitung Untersuchungen einleiten und Spieler sperren.

9.9  Haftungsausschluss

Der Veranstalter haftet nicht für technische Ausfälle, Verzögerungen oder individuelle Verluste der Spieler. Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko. Verantwortungsvolles Spielen wird erwartet.

10. Mixed Games: Team Poker
Texas Hold’em Variante

10.1 Allgemeine Struktur

Beim Team-Poker gelten die Standardregeln von Texas Hold’em. Jedes Team besteht aus zwei Spielern. Bis einschliesslich Level 10 spielen beide Teammitglieder unabhängig voneinander mit ihrem eigenen Chipstapel. Erst ab Level 10 werden die Chips beider Spieler zusammengelegt, sodass das Team ab diesem Zeitpunkt mit einem gemeinsamen Chipstapel agiert.

10.2 Rollentausch innerhalb des Teams

Nach Abschluss jeder Hand steht es dem Team frei zu entscheiden, ob ein Rollentausch zwischen den beiden Spielern stattfindet. Das bedeutet, ein Spieler kann mehrere Hände hintereinander spielen, oder die Spieler wechseln sich nach jeder gespielten Hand ab – die Entscheidung liegt beim Team.

10.3 Team-Besprechungen ab Level 10

Ab Level 10 erhält jedes Team drei Besprechungs-Chips. Diese Chips berechtigen das Team zu internen Beratungen. Vor jeder Beratung muss ein Besprechungs-Chip abgegeben werden. Ein Chip erlaubt eine Beratung mit dem eigenen Turnierpartner – und zwar ausschliesslich mit diesem. Die Beratung kann zu verschiedenen Zeitpunkten stattfinden: vor dem Flop, dem Turn, dem River oder vor einem All-in. Jede Beratung ist auf maximal 90 Sekunden begrenzt. Sobald die drei Besprechungs-Chips aufgebraucht sind, sind für den Rest des Turniers keine weiteren Beratungen mehr möglich.

10.4 Zusatzregeln und mögliche Strafen

Jegliche Gespräche ohne Abgabe eines Besprechungs-Chips sind strikt untersagt. Die allgemeinen Zeitlimits und die Standardregeln des Turniers bleiben weiterhin in Kraft. Bei Verstössen, etwa Missbrauch der Beratungsfunktion oder Überschreitung der Beratungszeit, kann die Turnierleitung Sanktionen verhängen. Diese reichen von einem Abzug von Chips, über eine Zeitstrafe (Aussitzen von einer oder mehreren Runden), bis hin zum Sit-out, was einer direkten Disqualifikation des gesamten Teams entspricht. Wird die Beratungszeit nicht eingehalten, kann der Floorman ausserdem die laufende Hand sofort als Fold werten.

11.      Bounty-Regelung

11.1 Grundprinzip

Beim Bounty-Turnier erhält jeder Spieler zu Beginn einen festgelegten Kopfgeldwert („Bounty“). Scheidet ein Spieler durch eine gewonnene Hand eines Gegners aus, wird dessen Bounty unmittelbar diesem Gewinner gutgeschrieben. Der Gewinner behält den Bounty entweder vollständig oder – je nach Turnierformat – teilt ihn gemäss den spezifischen Vorgaben des Events.

11.2      Auszahlung des Bountys

Der Bounty wird zusätzlich zum regulären Preispool ausbezahlt. Die Höhe und Auszahlungsmodalität des Bountys werden vor Turnierbeginn festgelegt. Der Bounty kann als fixer Betrag oder als progressiver Wert geführt werden:

  • Fixer Bounty: Der ausgeschiedene Spieler hat einen konstanten Kopfgeldwert.
  • Progressiver Bounty: Ein Teil des gewonnenen Bountys wird dem Gewinner sofort gutgeschrieben, der andere Teil erhöht dessen eigenen Bounty-Wert für die restliche Turnierdauer.

11.3      Ermittlung des Bounty-Empfängers

Der Bounty wird dem Spieler zugesprochen, der den finalen Pot gewinnt, durch den der betreffende Gegenspieler alle verbleibenden Chips verliert. Ist mehr als ein Spieler an der Hand beteiligt und gewinnt ein Side Pot über den Ausschiedenden, erhält dennoch nur der Spieler den Bounty, der den Hauptpot gewinnt und das Ausscheiden verursacht. Eine Aufteilung des Bountys ist ausgeschlossen.

11.4      Sonderfälle und Klarstellungen

  • All-in mit mehreren Spielern: Verliert ein Spieler in einer mehrwegigen All-in-Situation all seine Chips gegen einen einzelnen Gegner, fällt der gesamte Bounty ausschliesslich diesem Gegner zu – unabhängig von Nebentöpfen.
  • Gleichzeitiges Ausscheiden mehrerer Spieler: Scheiden mehrere Spieler in derselben Hand aus, erhält der Gewinner jeweils den Bounty der Spieler, die er mit seiner Hand eliminiert hat.
  • Technische oder regelbedingte Unterbrüche: Im Falle von Unklarheiten entscheidet die Turnierleitung.
  • Transfers oder Tauschhandel von Bountys sind streng untersagt.

11.5      Disziplinarische Massnahmen

Jeder Versuch, den Bounty bewusst zu manipulieren – etwa durch Absprachen, Chipdumping oder sonstige unsportliche Handlungen – kann zu strengen Sanktionen führen. Diese reichen von Chipabzug über Zeitstrafen bis hin zur sofortigen Disqualifikation aus dem Turnier.

11.6      Mystery Bounty

Der Bounty Besitzer wird bereits mit unserer NFC-Kartennummer vor dem Spiel gezogen „Mystery Bounty“. Sollte der Spieler den Bounty bis zum Finale Table bei sich haben, gewinnt er den Bounty / Ticket für sich. Somit weiss der Spieler erst bei verlorenem All in oder beim Einzug an den Final Tisch ob er der Gewinner ist

12. Auszahlungsstruktur

12.1 Grundlegende Verteilung

Die Auszahlungsstruktur wird vor Turnierbeginn festgelegt und an die Anzahl der teilnehmenden Spieler sowie die Gesamtanzahl der Buy-ins angepasst. Der garantierte oder errechnete Preispool wird gemäss einer proportionalen Verteilung auf die bestplatzierten Spieler ausgeschüttet. Die genaue Anzahl der bezahlten Plätze („Payouts“) richtet sich nach der Turnierformel und wird vor Turnierstart bekanntgegeben.

  • 1 bis 10 Teilnehmer: 3 Plätze ausbezahlt (50% – 30% – 20%)
  • 11 bis 18 Teilnehmer: 4 Plätze ausbezahlt (44% – 29% – 20% – 7%)
  • 19 bis 27 Teilnehmer: 5 Plätze ausbezahlt (40% – 28% – 19% – 9% – 4%)
  • 28 bis 36 Teilnehmer: 6 Plätze ausbezahlt (35% – 26% – 18% – 9% – 7% – 5%)
  • 37 bis 45 Teilnehmer: 7 Plätze ausbezahlt (31% – 24% – 18% – 10% – 8% – 6% – 4%)
  • 46 bis 54 Teilnehmer: 8 Plätze ausbezahlt (29% – 23% – 18% – 10% – 8% – 6% – 4% – 3%)
  • 55 bis 63 Teilnehmer: 9 Plätze ausbezahlt (27% – 21% – 17% – 9% – 8% – 6% – 5% – 4% – 3%)
  • 64 bis 100 Teilnehmer: 10 Plätze ausbezahlt (24% – 20% – 17% – 5% – 7.5% – 6% – 5% – 4% – 3.5% – 2.5%)

12.2      Standardstruktur

In der Regel erfolgt die Auszahlung nach einer abgestuften Struktur, bei der höhere Platzierungen einen prozentual grösseren Anteil des Preispools erhalten. Die Plätze nahe der Bubble werden minimal, die Spitzenplatzierungen deutlich überproportional vergütet. Die Turnierleitung behält sich vor, die prozentuale Verteilung an das jeweilige Teilnehmerfeld anzupassen, sofern dies für ein ausgewogenes Preisgefüge erforderlich ist.

12.3      Final Table Anpassungen

Am Finaltisch gelten die offiziellen Auszahlungsstufen gemäss veröffentlichter Struktur. Bei Änderungen im Turnierablauf oder bei besonderen Situationen – etwa aussergewöhnlich schnellem oder langsamem Spielgeschehen – kann die Turnierleitung die Payouts leicht modifizieren, sofern dies im Sinne eines fairen Wettbewerbs notwendig ist.

12.4      Deal-Vereinbarungen

  • Ab dem Erreichen des Finaltisches ist es den verbleibenden Spielern gestattet, eine Deal-Vereinbarung zu treffen, sofern das Turnierformat dies erlaubt.
  • Ein Deal muss öffentlich am Tisch vorgeschlagen werden.
  • Die finale Zustimmung obliegt allen noch im Turnier befindlichen Spielern.
  • Die Turnierleitung moderiert den Prozess, hat jedoch kein Mitspracherecht bei der inhaltlichen Verteilung.
  • Ohne einstimmige Zustimmung bleibt die offizielle Auszahlungsstruktur bestehen.

12.5      Bounty- und Sonderpreise

Allfällige Bountys, Spezialprämien oder Zusatzgewinne werden unabhängig von der regulären Auszahlungsstruktur behandelt und separat ausgehändigt. Diese Beträge beeinflussen die Platzierungs- oder Final-Table-Prozente nicht.

12.6      Klarstellungen und Sonderfälle

  • Unvollständige Teilnahme oder vorzeitiges Verlassen des Turniers führen zu keinerlei Anspruch auf Preisgelder.
  • Chip-Chops oder private Absprachen ausserhalb der offiziellen Deal-Regelung sind nicht gestattet und können zu Sanktionen führen.
  • In Streitfällen entscheidet die Turnierleitung endgültig über die Anwendung und Auslegung der Auszahlungsstruktur.